Wir arbeiten mit Limbic System
Was bedeutet und wie funktioniert das neurolimbische System?
Unser Gehirn – ein Erbe aus der Eiszeit
Stell dir vor, du lebst vor 40.000 Jahren in einer Welt aus Kälte, Wäldern und offenen Steppen. Du bist ein Neandertaler – stämmig, stark, mit einem wachsamen Blick. Jeden Tag ziehst du mit deiner kleinen Gruppe los: auf der Suche nach Beute, essbaren Pflanzen, einem geschützten Platz für die Nacht. Der Wind trägt den Geruch von Raubtieren heran, das Knacken eines Zweigs lässt dich erstarren. Du teilst die Beute mit den Deinen, pflegst die Verletzten, wärmst dich am Feuer aneinander. Jede Entscheidung dreht sich ums Überleben: Ist das sicher? Kann ich hier geborgen sein? Gibt es hier etwas Gutes zu holen? Wer führt, wer schützt die Schwachen?
Diese Welt mag fern sein – doch das emotionale System in unserem Gehirn, das limbische System, hat sich seither kaum verändert. Es scannt bis heute jede Situation mit genau denselben uralten Fragen. Ob du einen neuen Job annimmst, eine Beziehung führst oder einfach nur entscheidest, was du heute Abend isst – tief in dir arbeiten noch immer vier grundlegende Pfeiler, die schon deine Vorfahren durch die Steinzeit getragen haben.
Und dein limbisches System ist auch für dein Stresslevel verantwortlich.
Wenn dein limbisches System dich vor einem Säbelzahntiger warnt, schüttet es Stresshormone aus, damit du sofort in den Überlebensmodus fällst und sofort die Flucht ergreifst.
Wenn du permanent im Stress bist, sendet das limbische System auch permanent Stresshormone aus. Das bedeutet, du bist den ganzen Tag im Überlebensmodus, wie wenn du den ganzen Tag vor einem Säbelzahntiger flüchten müsstest. Das hält kein Organismus auf Dauer aus und deshalb ist Stress so gesundheitsgefährdend und auf Dauer ein Killer im wahrsten Sinne des Wortes.